Homepage der Katholischen Kirche Hemmoor

Nach dem Vatikanischen Konzil ergab sich die Notwendigkeit, auch den Altarraum in der      St. Ansgar-Kirche zu verändern.
Mit der Entfernung der Kommunionbänke bot sich der Raum, um den neuen Altar nach vorne zu stellen. Somit konnte der Priester die Messe der Gemeinde zugewandt feiern.
Der blockhafte Altartisch ist mit einer lateinischen Inschrift geschmückt "Victor Quia Victima".
Dies bedeutet: ER ist der Sieger, weil er besiegt wurde!
Der Inhalt dieser Aussage erschließt sich nur dem gläubigen Christen, der den Zusammenhang zwischen dem immer wieder am Altar gefeierten Opfertod des Herrn und der österlichen Auferstehung Christi glaubt.

Dieser Auferstandene Christus zeigt sich am Altarkreuz als der Christkönig, der mit ausgestreckten Armen die Gemeinde zu sich einlädt: zum Mahle der Gemeinschaft! Die Christus-Figur ist aus Zement gestaltet. Dies ist der Hinweis auf den direkten Zusammenhang zwischen unserer St-Ansgar-Kirche und dem Warstader Zementwerk, für deren Arbeiter - vornehmlich aus dem Osten kommend - diese Kirche genau vor 100 Jahren errichtet worden ist.
Das kupferne Altarkreuz selbst ist an seinen vier Enden jeweils mit rubinroten Rohglasbrocken geschmückt - Hinweis auf die Wundmale Christi.
Als 1972 das Altarkreuz in Hemmoor entstand, baute man zur gleichen Zeit in Stade an dem Atomkraftwerk. Atomkraft war damals in aller Munde und galt als die Energiereserve schlechthin für unsere Welt. Das Symbol für Atomkraft sind die drei Elypsenbahnen, auf denen die Neutronen um den Atomkernen "sausen". Ich habe das Symbol der drei sich durchschneidenden Elypsen übernommen, den Sinn aber umgedeutet! Christus selber ist der Kern allen Seins. Wir, als Christen, bleiben in seinem Kraftfeld gehalten und bewegen uns in seiner Nähe. ER ist der Kern, um den sich im Glauben alles dreht!
Bei genauer Betrachtung des Altarkreuzes finden wir noch drei Dinge, die in direkter Beziehung zu Christus stehen:

1.   werden wir an eine stilisierte Dornenkrone erinnert
2.   bilden die Innenkanten - direkt um die Christusfigur - eine "Mandorla" (das ist eine               mandelförmige Gestaltung, die Künstler um eine besondere Person legen, um deren           Erhabenheit auszudrücken) und
3.   findet man ein übergroßes Herz, welches die Liebe Gottes zu uns Menschen ausdrücken       soll.

Das Taufbecken - in seiner täglichen Funktion als Weihwasserbecken - steht in der Nähe des Eingangs.
Die Inschrift "Allen wurde Heil durch dieses Wasser" verweist darauf, dass uns durch die Taufe die Aufnahme in die christliche Gemeinschaft gewährt wird, was für den gläubigen Christen das Heil bedeutet.
Übrigens: mit dem Eintauchen unserer Finger in das geweihte Wasser und die anschließende Bekreuzigung besiegeln wir immer wieder von Neuem, das wir Getaufte sind!
Auf dem bronzenen Deckel des Taufbeckens habe ich neben den Wassern auch die Schar der Getauften - unsere Gemien mit Kind und Kegel - dargestellt.

In den Fenstern wird in einigen Bildern die Lebensgeschichte des Heilgen Ansgar gezeigt.
Vorne rechts beginnend sehen wir den jungen Ansgar als Klosterschüler. Wie ins in seiner Vita (Lebensgeschichte) erzählt wird, soll er sich sein Leben lang in der Gnade Gottes gefühlt haben. Bei der Gestaltung der Fenster habe ich versucht, diesen Umstand, das er "seinen Gott" immer über sich fühlte, im Rundbogen des jeweiligen Fensters auszudrücken.

So ist im zweiten Bild (neben der Orgel) der Ansgar als junger Lehrer zu erkennen, in dem sich der göttliche Gnadenstrahl spiegelt und auch auf seinen Schüler geworfen wird. (Ansgar war mit 22 Jahren bereits Mönch und Lehrer im Kloster Corvey.)

Das dritte Bild aus Ansgars Lebengeschichte zeigt ihn, wie er ausgesangt als Missionar auf einem Schiff das Kreuz an die nördlichste Gestade Europas bringt.

Auf dem vierten Fenster erkennen wir Ansgars Weihe zum Bischof. Als Bischof von Hamburg baut er dort im 9. Jahrhundert eine rege christliche Gemeinde auf. Im Jahre 845 kommen die Wikinger elbaufwärts und überfallen die Stadt. Hamburg wird bis auf die Grundmauern niedergebrannt. In wenigen Stunden vernichten die Wikinger Ansgars Kirche und ein Teil seines Missionswerkes.
Das letzte Fenster in der Marienkapelle zeigt die Lichter, die Ansgar um sein Totenlager hat aufstellen lassen. Drei Tage haben seine Mitbrüder an seinem Lager gebetet, bis er am 3. Februar - Maria Lichtmess - entschlief.
Der 3. Februar ist der Gedenktag des Heiligen Ansgar.

Die Holzschnitzereien, "Maria" in der Marienkapelle, "St. Hedwig" und "St. Ansgar" sind gekaufte Figuren aus Oberammergau.

by Müller-Belecke



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